Geschichte der Kreditkarte

Wer die Geschichte der Kreditkarte komplett zurückverfolgen möchte, muss bis zum Ende des 19. Jahrhunderts zurückblicken. Interessanterweise tauchte zu dieser Zeit die Kreditkarte zum ersten Mal in einem Roman auf. Der Autor beschrieb sie als eine kleine Papierkarte, von der nach jedem Einkauf der Händler eine kleine Ecke abschnitt. Die Karte wurde also von Einkauf zu Einkauf immer kleiner, bis sie irgendwann komplett aufgebraucht war und der Inhaber eine neue kaufen musste. Dies war das erste Modell einer Kreditkarte, welches damals noch fiktiv im Kopf des Autors existierte. Auf dem Markt war eine solche Karte damals noch nicht erhältlich.

 

Die erste reale Kreditkarte kam schließlich Ende der 1920er-Jahre in den USA auf den Markt. Sie wurde von der Western Union Bank ausgegeben und war insbesondere für die oberen Zehntausend der damaligen amerikanischen Gesellschaft bestimmt. Man musste einen gewissen gesellschaftlichen Stand aufweisen und finanziell sehr wohlhabend sein, um diese Kreditkarte zu erhalten. Doch auch bei der anvisierten Zielgruppe kam diese Kreditkarte noch nicht besonders gut an. Grund dafür war, das schlicht und einfach die nötigen Akzeptanzstellen im Land fehlten.

Wenn also ein Kreditkarteninhaber in einem Geschäft einkaufen und anschließend mit der Karte bezahlen wollte, so schaute ihn der Händler meist mit einem fragenden Gesicht an. Der Kunde musste ihm dann erst einmal erklären, worum es sich bei diesem neuen Zahlungsmittel überhaupt handelt und wie es eingesetzt wird. Anschließend hielten die meisten Händler zunächst Rücksprache mit der Bank des Kunden um zu überprüfen, ob es dabei überhaupt mit rechten Dingen zugeht. Für den Kunden war die Zahlung mittels Kreditkarte also eher lästig.

Es sollte schließlich in der Geschichte der Kreditkarte noch bis Mitte der vierziger Jahre des 20. Jahrhundert dauern, bis der so genannte Diners Club in New York gegründet wurde. Mit ihm revolutionierte sich das gesamte Kreditkartenwesen. Im Rahmen dieses Clubs bekamen alle Mitglieder eine Kreditkarte ausgehändigt, mit der sie in den dem Club angeschlossenen Geschäften, Hotels und Restaurants bargeldlos bezahlen konnten. Der Vorteil war, dass die Inhaber der betreffenden Geschäfte und Lokalitäten ebenfalls Clubmitglieder waren und somit die Kreditkarte des Diners Club ohne Misstrauen und Rückfragen akzeptierten.

Anfang der fünfziger Jahre schließlich kopierten viele andere Kreditinstitute dieses Modell. Ein echter Marktdurchbruch konnte allerdings erst dann gelingen, wenn man die Kreditkarte standardisierte, so dass der Karteninhaber in nahezu jedem Geschäft damit bezahlen konnte. Dies gelang schließlich, als die bis heute bekannte Mastercard auf dem Markt erschien. Mit ihr konnte man erstmals in der Geschichte in vielen verschiedenen Kaufhäusern, Geschäften, Restaurants und Hotels im ganzen Land ohne den Einsatz von Bargeld bezahlen.

Die neue Bequemlichkeit beim Bezahlen sprach sich schnell in den USA herum. Plötzlich wollte jeder eine Kreditkarte haben und unzählige Mitbewerber drängten sich auf den Markt. So erschien beispielsweise im Jahr 1959, ebenfalls in den USA, die ebenfalls noch heute bekannte Visa Karte.
In den sechziger und siebziger Jahren schwappte die Welle schließlich auch nach Europa und Asien über, so dass auch hier die Kreditkarte ihren Siegeszug begann. Zunächst hatte sie noch keine Chance gegen das etabliert Bezahlen mittels Scheck und dazu gehöriger Scheckkarte. Als die Menschen jedoch nach und nach verstanden, dass es sich mit einer Kreditkarte viel bequemer bezahlen lässt, hatte auch das altertümliche Bezahlen mittels Euroschecks schließlich sein Ende gefunden.

mehr zum Thema auf www.girokonto-im-vergleich.eu

Heute können Sie mit Ihrer Master- oder Visa Karte, American Express oder Diners Club auf der ganzen Welt bargeldlos bezahlen. Es gibt Millionen verschiedener Akzeptanzstellen, und jeden Tag kommen zahlreiche neue hinzu.